Für den Geldbeutel: 5 Echtzeit-Hits, die man auch heute noch spielen kann!

Einst ein ruhmreiches Genre, heute nur noch ein Schatten seiner selbst: Echtzeit-Strategie. Wenige Entwickler trauen sich noch, große Projekte zu veröffentlichen. Nicht schlimm, sagt Thomas, und kramt fünf günstige Echtzeit-Hits aus dem Steam-Regal, die auch heute noch eine Runde wert sind!

Am 10. November 2015 ist eines der besten Spiele des letzten Jahres erschienen. Nein, ich meine nicht Fallout 4. Ich meine StarCraft 2: Legacy of the Void. Blizzard hat mit dem finalen Kapitel der Echtzeit-Trilogie ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Vielfältige Einheiten, ein tolles Upgrade-System, abwechslungsreiches Missionsdesign sowie eine spektakuläre und filmreife Präsentation. Kurzum: Wie schon Wings of Liberty und Heart of the Swarm ist auch der Protoss-Feldzug ein Must-Have für Echtzeit-Strategen.

War´s das mit der Echtzeit-Strategie?

Die Krux an der Gesichte: Legacy of the Void könnte auch der letzte große Strategie-Blockbuster gewesen sein. Seit Jahren schwächelt das Genre bereits, viel zu wenige Vertreter bringen es zu echtem Ruhm. Fans vergnügen sich mit Geheimtipps wie Grey Goo, während große Namen längst verschwunden sind.

Das letzte große Echtzeit-Strategie-Spiel? Blizzards StarCraft 2: Legacy of the Void ist eines der Highlights 2015.

Ende der 90er Jahre war das noch anders. Durch den Erfolg von WarCraft und Command & Conquer angetrieben, schossen Echtzeit-Strategie-Spiele aus dem Boden wie Löwenzahn auf einer Wildblumenwiese: Earth 2150, Dark Reign, Total Annihilation, KKND, Warzone 2100, Battlezone, Empire Earth und und und… Das Genre erlebte einen wahren Boom, der bis in die frühen 2000er anhielt.

Diese Zeiten sind leider vorbei. Bei der Masse an Spielen war nicht jedem Hochkaräter der verdiente Erfolg vergönnt. Und auf den marktdominierenden Konsolen tut sich die Echtzeit-Strategie seit jeher schwer. Doch wer suchet, der findet! Im allseits beliebten Steam-Regal werden immer noch ein paar interessante Genre-Vertreter angeboten, die gerade während der Steam-Sales durchaus attraktiv sind. Thomas hat fünf Titel heraus geholt, die auch heute noch eine Runde wert sind. Ob Blockbuster oder Nische, Klassiker oder Geheimtipp, ist dabei völlig egal. Gespielt wird, was Spaß macht. Und wer nicht einverstanden ist oder es besser weiß, der ist sowieso dazu eingeladen, es in den Kommentaren Kund zu tun.

Age of Empires III

Natürlich darf mit Age einer DER Klassiker der Echtzeit-Geschichte nicht fehlen. Immerhin verkaufen sich die Spiele auf Steam immer noch. So gut sogar, dass Ende letzten Jahres mit African Kingdoms ein neues Add-On für die HD-Version von Age of Empires II erschienen ist. Dabei ist das Spiel schon über 15 Jahre alt! Und auch der Mythen-Ableger Age of Mythology wurde mit einer HD-Neuauflage bedacht.

Empfehlen möchte ich aber den mancherorts sträflich vernachlässigten dritten Teil. Vernachlässigt deshalb, weil das Szenario der amerikanischen Eroberung nicht Jedermanns Sache ist. Doch in meinen Augen liegt gerade darin der Reiz, denn das Setting ist eine willkommene Abwechslung zur Mittelalter-Strategie der Vorgänger.

Darüber hinaus bietet Age of Empires III einige tolle Features wie die Handelsrouten auf Mehrspielerkarten oder die Heimatstadt, über die wir Boni und Nachschub ordern können – ausreichend Erfahrungspunkte vorausgesetzt. Obwohl schon über zehn Jahre alt, sieht Age of Empires III auch heute noch toll aus und klingt sogar noch besser. Wer die Complete-Edition kauft bekommt obendrein noch die beiden sehr guten Add-Ons The Warchiefs und Asian Dynasties – genug Solo-Futter für mehrere Wochen und Monate. Im Sale für 7,40€ eigentlich ein Pflichtkauf.

Warhammer 40.000: Dawn of War

Als Dawn of War Ende 2004 in den Handel kommt, hatte ich mit Warhammer nicht viel am Hut. Umso überraschter bin ich, wie sehr mich das Spiel mit seinen fetzigen und schnellen Kämpfen um Sektoren und Kontrollpunkte fesselt. Und auch, wie gut der Einheiten-Mix mit seinem Fokus auf Infanterie-Trupps funktioniert. Das ich in der sehr linearen und leider auch etwas abwechslungsarmen Kampagne nur die Space Marines spielen darf, ist mir egal.

Wer sich daran stört, der findet in insgesamt drei guten bis sehr guten Add-Ons reichlich Abwechslung und Völkernachschub: In Winter Assault greift die imperiale Armee in den Konflikt ein, die wir auf in einer von zwei Kampagnen im Wechsel mit den Eldar spielen dürfen. In der zweiten leiten wir dir Geschicke der Orcs und der Chaos Space Marines.

In Dark Crusade fällt der vorgegebene Kampagnen-Verlauf weg, dafür gibt’s eine Strategie-Karte a la Total War, auf der wir unsere Armee zur Vorherrschaft führen müssen. Necrons und Tau erweitern die Völkerriege, in Soul Storm stoßen noch die Dark Eldar und die Adeptus Sororitas dazu. Im Bundle für 7,50€ sollte dann wirklich für jeden was dabei sein.

Stronghold

Es gibt diese Spiele, die man gar nicht auf dem Schirm hat, wo man nur mal schnell die Demo spielen will – und plötzlich mit gezückter Geldbörse im Spiele-Laden steht. So geschehen bei mir im Jahre 2001 mit Stronghold. Der Mix aus Aufbau- und Echtzeit-Strategie wäre fast unbemerkt an mir vorbeigezogen, hätte ich nicht aus Langeweile und dank eines grandiosen Multiplayer-Videos auf der Gamestar-CD die Demo installiert.

Anschließend war ich komplett begeistert. Denn der Alltag eines Burgherren ist zwar anstrengend, aber extrem spaßig: Wer Erfolg haben will, der muss Ressourcen sammeln, die Nahrungsversorgung sichern, Warenkreisläufe optimieren, für die Zufriedenheit der Bürger sorgen, trotzdem Steuern eintreiben, Waffen produzieren, eine Armee aus dem Boden stampfen und natürlich ungeliebte Belagerer in die Flucht schlagen.

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Detailliebe: In Stronghold erkennen wir jeden Rohstoff im Vorratslager und jeden Pfeil, der auf den Gegner einprasselt.

Zum Glück macht uns die hervorragende Militärkampagne Stück für Stück mit den Features und Möglichkeiten des Spiels vertraut. Dabei gibt Stronghold uns aber auch immer genug Zeit, um unseren Untertanen bei der Arbeit zuzusehen: Der Farmer bringt das Korn ins Vorratslager, von wo ihn die fleißigen Müller in die Mühle tragen und zu Mehl verarbeiten. Der Bäcker backt daraus das Brot, welches er fein säuberlich im Kornspeicher aufstapelt. Auch wenn die Technik damals schon angestaubt ist, hat die 2D-Optik immer noch Charme – und ist spielerisch sinnvoll, denn wir erkennen immer, welcher Rohstoff gerade knapp ist.

Schade, dass die Reihe spätestens nach dem zweiten Teil degeneriert ist und heute vor allem für Bugs und Fehler bekannt ist. Doch wer im nächsten Sale mal ein paar Kröten übrig hat, der sollte sich zumindest Teil 1 und Stronghold Crusader für 1 bzw. 2€ mal angucken.

Spellforce 2: Shadow Wars

Wer war´s? Shadow Wars! Muhahahahaha! Ok, ok, ich gebe zu: Der “Witz” war flach. Genauso muss ich zugeben, dass ich Spellforce 2 leider nie so lange gespielt habe, wie ich es eigentlich gesollt hätte.

Dabei hätte es gerade dieser Echtzeit-Hit aus Deutschland verdient wie kein zweiter, dass nicht nur ich, sondern weit mehr Spieler ihn nachholen würden. Spellforce 2 ist ein riesiges Abenteur und verbindet – ähnlich wie WarCraft III – Echtzeit-Strategie und Rollenspiel in einer fast perfekten Symbiose. Zu Beginn tritt der Echtzeit-Teil noch in den Hintergrund. Meist reisen wir mit einer kleinen Heldentruppe über die Oberkarte, erkunden die Spielwelt, schlagen kleine Scharmützel, leveln unsere Charaktere auf, rüsten sie mit besseren Items aus und erfüllen einfache Quests. Doch irgendwann erhalten wir die Quest: „Verteidige das Dorf!“ Dann überträgt uns das Spiel die Kontrolle über die Truppen. Wir dürfen Gebäude bauen, Ressourcen sammeln, Einheiten ausbilden…

Spellforce 2 punktet aber nicht nur durch seine Mechanik, sondern auch durch seinen enormen Umfang. Wer das Ende sehen will und jeden Winkel der Karten erkunden möchte, der ist gut und gerne 80 Stunden beschäftigt. Wer dann noch immer nicht genug hat, springt ins Add-On Dragon Storm, das Teil der Gold-Edition ist. Und dann gibt’s ja noch die Stand-Alone-Erweiterungen Demons of the Past und Faith in Destiny. Strategen mit viel Zeit und Fans von WarCraft III sollten zuschlagen – und das zum Preis eines Döners von 3,70€!

Act of War

Zum Schluss noch ein bisschen Popcorn-Strategie im Stile von Command & Conquer: Act of War ist schon bei Release 2005 ein innovationsarmes Echtzeit-Strategie-Spiel, dessen einzige Kampagne nicht nur recht kurz ist, sondern auch auf taktischen Anspruch weitgehend verzichtet. Die Realfilm-Zwischensequenzen sind veraltet und obendrein hat es auch mit Balance-Mängeln zu kämpfen, ist die Shield-Einheit, die man im Spielverlauf erhält, doch deutlich zu stark.

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Panzer- und Luftschlachten a la C&C – in Act of War aber in halbwegs realistischen Größenverhältnissen

Warum es hier trotzdem eine Erwähnung finden? Weil Act of War trotzdem oder vielleicht gerade deshalb Spaß macht. Act of War ist ein Bruckheimer-Thriller zum selber spielen, das Call of Duty der Echtzeit-Strategie. Fast im Sekundentakt scheppert es auf dem Bildschirm; Panzer, Hubschrauber und Flugzeuge zerbersten in tollen Explosionen, die auch noch richtig wuchtig klingen. Die Geschichte von Bestseller-Autor Dale Brown ist zwar recht simpel und klischeehaft, unterhält aber wie ein guter Blockbuster über die komplette Spielzeit.

Act of War war schon vor zehn Jahren kein perfektes Strategie-Spiel. Trotzdem hat es sich über die Jahre ordentlich gehalten und ist für all diejenigen, die ihr Hirn nicht überstrapazieren wollen und stattdessen einfach mal wieder ein knalliges Echtzeit-Strategie-Spiel erleben wollen, immer noch einen Blick wert. Gibt´s im Sale (genau wie das Add-On High Treason) bereits für 1,20€ – für den Preis kann man nun wirklich nicht meckern.

(Bilder: Activision Blizzard / Firefly Stuidos / Eugen Systems)

Thomas

Thomas

Seine große Leidenschaft ist das Zocken! Lange Jahre sowohl auf PC und Konsole unterwegs, dominieren dank Gamerscore- und Trophäen-Sucht mittlerweile Xbox und Playstation seine Abendstunden. Vom gradlinigen Ego-Shooter über dunkle Schleichabenteuer bis hin zu riesigen Open-World-Hits wandert fast alles ins Laufwerk. Doch auch im Kino ist er kein Kostverächter. Damit das alles finanziert werden kann, verbringt Thomas die meiste Zeit des Tages als kaufmännischer Angestellter im Büro.
Thomas

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