Anna’s Quest – Knuddeliger Spaß im Märchenland

Anna’s Quest

Um in der Vorweihnachtszeit mal ein bisschen runter zu kommen, hat Tobi die abendlichen Stunden mit einem Point & Click- Adventure aus der Spieleschmiede Deadelic verbracht. Eins ohne Hektik, ohne Stress, dafür aber mit Kuschelgrafik und Märchenbezug. Ob es ihn entspannt hat, erfahrt Ihr hier.

Anna hat eine glückliche Kindheit. Zusammen mit ihrem Großvater lebt sie fröhlich und zufrieden westlich des Waldes auf einem kleinen Bauernhof. Ihr Opa ist ihr ein und alles, beschützt er sie doch vor allem Unheil, erklärt ihr die Welt und liest ihr jeden Abend aus einem der vielen Bücher, die sie im Laufe der Zeit gesammelt hat, vor. Das Leben plätschert munter vor sich hin, bis der geliebte Großvater plötzlich erkrankt und nicht mehr gesundet. Keine Medizin in der Nähe des Hofes scheint Wirkung zu zeigen. Anna muss handeln und obwohl der Großvater niemals müde wurde, sie vor den Gefahren im und hinter dem Wald zu warnen bricht sie auf, um ein Heilmittel zu finden.

Anna’s Quest

Dass Anna im Wald nicht einfach auf einen altansässigen Apotheker trifft, der ihr das gesuchte Mittel für ein High-Five abdrückt, dürfte bereits jedem klar sein, der schon einmal ein Spiel mit Zeigen und Klicken-Prinzip gespielt hat. Statt einer freundlichen Fachkraft für Arzneimittel, trifft die kleine Anna (geschätzte 9 Jahre alt) auf Winnfriede, eine alte Hexe, die sie bereits zu erwarten scheint. Nach wenigen Tagen Gefangenschaft im Haus der Hexe, beschließt Anna ihre Flucht. Doch ist sie nicht allein und mittelos wie ein Medien-Nomade an einem kalten Sonntagmorgen. Nein, bevor sie ihre Fluchtpläne fertig geschmiedet hat, lernt sie noch ihre Kraft der Telekinese und Ben, einen ängstlichen, sprechenden und sich von allein fortbewegenden Teddybären, kennen. Und so geht die nicht ganz so wilde Jagd nach dem Heilmittel weiter; mit einem Bären an ihrer Seite und einer Hexe im Rücken. Möge die Telekinese mit ihr sein.

Annas Ques

Die Bremer Stadtmusikanten geben im Dorf ein Ständchen und Anna eine Aufgabe – Süß!

Super süß und super kuschelig

Ganz ehrlich. Anna’s Quest ist niedlich. Ein kleines immer zuvorkommendes und unschuldiges Kind läuft durch eine Märchenwelt, die vor Querverweisen zu Grimms Märchen, Gruselgeschichten und anderer Weltliteratur (der Erlkönig wird zitiert) nur so wimmelt. Sie bekommt dabei unter anderem Gesellschaft von einem TEDDYBÄREN und ein sprechender Fuchs ist auch noch mit von der Partie. Das Ganze ist in einer manchmal schon an Animes grenzenden Comicgrafik gehalten, die besonders in den Zwischensequenzen ihren vollen Glanz entfaltet. Die Welt um Anna verbirgt viel Böses, aber es ist nie zu spät, die niedliche Seite des Lebens zu sehen. Man muss es also mögen, dass wenn man auf einen niedlich gezeichneten Frosch klickt, Anna noch einmal betont, wie niedlich der Frosch doch sei, sich dann aber vehement wehrt, den Frosch anzufassen.

Anna und die Technik

Technisch gesehen bietet Anna’s Quest  keine Innovationen für das Click & Point – Genre: Sachen sammeln, mit anderen Sachen benutzen, im Inventar kombinieren, an Figuren geben, mit Figuren reden und Dinge anschauen sind die allseits bekannten Optionen, die dem Spieler zur Verfügung stehen. Die Telekinese-Kraft ist separat auswählbar, funktioniert aber ansonsten wie ein Gegenstand im Inventar. Die Sprachausgabe ist in englischer Sprache, dazu kann man Untertitel in verschiedenen Sprachen dazuschalten. Die Sprecher sind allesamt in ihrem Element, obwohl die Stimme des Sprechers der männlichen Kinder in meinen Ohren etwas zu schrill und langezogen daher kommt, sodass ich Gespräche mit dieser Personengruppe immer schnell über die Bühne bringen wollte.

The best Quest?

Die Rätsel sind relativ simple und schnell zu lösen. Ich würde Anna’s Quest  deshalb als Anfänger – Adventure bezeichnen. Mit einer Spielzeit von 10 Stunden ist es auch relativ kurz, sodass man einen schnellen Blick riskieren kann. Wenn man mit dem Setting etwas anzufangen weiß, kann man durchaus auch als Kenner seine Freude haben. Außerhalb von jeglichen Sales muss man jedoch 20 Euro für das Spiel latzen. An und für sich ist das ein fairer Preis. Ist man aber im Genre bewandert, gibt es durchaus andere Spiele, die mehr Anziehungskraft besitzen. Ein nettes Spiel für Anfänger ist Anna’s Quest   also und ein Appetithäppchen für Genre-Freunde, falls man das Spiel preiswert erstehen kann.

Habt Ihr Anna’s Quest   bereits gespielt? Hat es Euch gefallen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

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Bilder: Daedalic

Tobi

Tobi

Mit dem Game Boy startete Tobi seine Reise in die Videospielwelt. Mit dem Sterben der Dreamcast waren seine Konsolenträume jedoch vorbei. Heute nutzt er zum Zocken noch den PC, wenn er nicht gerade analog die Würfel fallen lässt oder liest. Auch in Sachen Musik und Film ist er kein Kostverächter.Tobi war lange als Online-Redakteur unterwegs.

Tobi@Medien-Nomaden.de
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