Bandgeschichten: Enter Shikari

Heute (19.01.2015) schmeißen die Rabauken von Enter Shikari ihr neues Album „The Mindsweep“ auf den Markt. Als Fan der ersten EPs hat sich David auf die Fahne geschrieben, Euch einen kleinen Überblick über die vier Alben der Band zu geben.

 

Anfänge und „Take to the Skies“

Vielen sind die 4 Jungs aus St. Albans (England, ca. 35 km von London entfernt) das erste Mal auf der Tanzfläche in der örtlichen Schrammel-/Rock-/Punk-Disco begegnet. Als mir “ Sorry, You’re Not A Winner “ (in Fachkreisen auch: „Das Klatschlied“ genannt) durch die Gehörwindungen gerauscht ist, war es um mich geschehen. Diese Mischung aus Post-Hardcore, elektronischen Elementen und anderen Einflüssen war völlig neu für mich und auch bis heute unerreicht. Dass muss so 2006 gewesen, denn das erste Album war noch nicht auf dem Markt. Ich hielt mich also an allem, was ich mir aus dem Internet so zusammenkratzen konnte. Das waren vor allem die drei EPs „Anything Can Happen In The Next Half Hour“, „Nodding Acquaintance“ und „Sorry, You’re Not A Winner“.

„Take to the Skies“ – das Debütalbum der Band kam im März 2007 und ich muss gestehen: Mein freudiger Rausch beim ersten Anhören wich doch schnell der Ernüchterung. Klar, die großen Songs von „Mothership“ über „Sorry, You’re Not A Winner“ waren da, aber eben sonst kaum was. Einzig „Labyrinth“ konnte mich von den neuen Sachen komplett überzeugen. Trotzdem ein gutes Album, dass meine kleine Welt doch arg bereichert hat.

Common Dreads: Das Spalter-Album.

Ok, eigentlich sind Enter Shikari Alben grundsätzlich Spalter-Alben. Allerdings ist „Common Dreads“ der Klassenprimus von den vier Platten. Wobei ich ganz klar auf der Pro-Seite stand. Um es kurz zu machen: „Was für ein Brett“, dachte ich, als ich im Sommer 2009  „Juggernauts“ um die Ohren geblasen bekam.

Enter Shikari hatten mich überrascht. Jetzt, fünfeinhalb Jahre später, ist „Common Dreads“ vielleicht sogar das schwächste Album der Band. Trotzdem: Damals lief das Album rauf und runter bei mir, während Freunde die Nase rümpften. Auch die Presse war gespalten. Die Visions gab dem Album damals einen der schlechtesten Durchschnittswerte überhaupt. Kerrang! verteilte dafür die volle Punktzahl. Love it or hate it! Ich liebe Post-Harcore-Ballermann-Rave.

A Flash Flood Of Colour: Das Ding mit dem Dubstep und der Message

…und alle auf einmal so: Geil! „A Flash Flood Of Colour“ fanden, einer kurzen Umfrage unter Freunden und Kollegen zu Folge, auf einmal alle klasse. „Die sind ja total politisch geworden!“- „Äh, nein! Das waren die schon immer.“ –  „Ja aber, Gandhi Mate, Gandhi!“ – „Ach, schon gut.“

„A Flash Flood Of Colour“ kam im Januar 2012. Vorher gaben die Non-Album-Tracks „Quelle Surprise“ und „Destabilise“ die Marschrichtung vor. Mehr Dubstep, mehr Rap-Elemente und vielleicht auch deswegen: mehr Zugänglichkeit. In 11 Songs wüten Rou Reynolds und Konsorten gegen Globalisierung, Banken und Co.. Eine Reaktion auf die Veränderung der politische Weltlage seit ihrem Debüt? Das vermuteten zumindest Kollegen wie Ian Winwood. Hinter den politischen und gesellschaftskritischen Aussagen stecken aber vor allem große Melodien. „Ssssnakepit“, „Meltdown“ oder auch „Warm Smiles Do Not Make You Welcome Here“ sind einfach richtig gute Lieder und „A Flash Flood Of Colour“ hat noch eine ganze Reihe mehr davon.

Im hier und jetzt: The Mindsweep

Fast genau drei Jahre nach dem letzten Album kommt also heute (19. Januar 2015) „The Mindsweep“ in die (virtuellen) Ladenregale und es hört sich fast wie eine Mischung aus den letzten drei Alben an. Der Dubstep wurde größtenteils über Board geschmissen. Macht nichts.

Von himmlischen Chören bis zum markerschütternden Gebrüll. Groovende Beats und Rap-Einlagen, bei denen man meinen könnte, South LA sei ein Vorort von London. Die Mischung macht’s und mir schmeckt’s. Aber es soll Menschen geben, die sich an so etwas verschlucken könnten.

Foto: Presskit

Und zum Schluss: Live spielt die Musik

Wer es noch nicht geschafft hat, dem seien die Jungs – die schon seit fast 12 Jahren zusammen Musik machen – auch live wärmstens ans Herz gelegt.

Enter Shikari auf Tour:
FEBRUARY 2015
MON 02 PARIS, FR – LA CIGALE
TUE 03 SOLOTHURN, CH – KOFMEAL
WED 04 LYON, FR – TRANSBORDEUR
THU 05 MILAN, IT – MAGAZZINI GENERALI
SAT 07 LEIPZIG, DE – HELLRAISER
SUN 08 VIENNA, AUT – ARENAN
MON 09 MUNICH, DE – MUFFATHALLE
TUE 10 WUERZBURG, DE – POSTHALLE
WED 11 COLOGNE, DE – LIVE MUSIC HALL
FRI 13 HAMBURG, DE – DOCKS
SAT 14 FRANKFURT, DE – BATSCHKAPP
MON 16 PORTSMOUTH, UK – PYRAMIDS – *SOLD OUT*
TUE 17 CARDIFF, UK – YPLAS – *SOLD OUT*
WED 18 WOLVERHAMPTON, UK – CIVIC
FRI 20 MANCHESTER, UK – ACADEMY – *SOLD OUT*
SAT 21 GLASGOW, UK – BARROWLAND – *SOLD OUT*
SUN 22 MIDDLESBROUGH, UK – TOWN HALL
TUE 24 CAMBRIDGE, UK – CORN EXCHANGE
WED 25 NORWICH, UK – UEA
THUR 26 LONDON, UK – ROUNDHOUSE – *SOLD OUT*
FRI 27 LONDON, UK – ROUNDHOUSE – *EXTRA DATE ADDED*
MAY 2015
FRI 29 MOSCOW, RU – ARENA
SUN 31 ST PETERSBURG, RU – A2

 

David

David

Er hat vielleicht nicht jeden Film gesehen. Er kann aber zu jedem etwas sagen. In seiner Muttermilch war Zelluloid. Auch vor Musik und Videospielen macht er keinen Halt. David sabbelt nebenbei auch professionell im Radio. Damit ist er aber offensichtlich nicht ausgelastet. Mehr von ihm gibt es hier bei den Medien-Nomaden.

david@Medien-Nomaden.de
David

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