Geht’s noch?! Black

Männer ticken einfach: Sie stehen auf Action, Explosionen, fette Wummen – und Pornos, auch wenn´s nie einer zugeben würde. Wer jetzt denkt, er wäre auf der falschen Seite gelandet, dem sei versichert: Hier gibt es keine Schmuddel-Videos zu sehen!

Wohl aber feinsten Gun-Porn: Denn so bezeichnen die britischen Entwickler von Criterion ihren ersten Ausflug ins Action-Genre, der schlicht und einfach auf den Namen Black hört. Angesichts dieser Kontroverse gleich zu Beginn fragen wir uns: Geht´s noch?!

Worum geht´s nochmal?

Ganz ehrlich: Wissen wir auch nicht. Wir sind offensichtlich der Typ, der da in einem Verhörraum sitzt und seinem Gegenüber Rede und Antwort stehen muss. Offensichtlich ist eine Mission schief gelaufen. Worum es dabei ging? Puh, irgendwas mit Waffenschiebern. Vielleicht. Gegen wen es ging? Äh, einen abtrünnigen Kollegen. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall gegen jede Menge scheinbar osteuropäische Gegner. Wir können uns aber auch irren.

Geht doch noch!

Das schöne an Black: Hintergrund, Charaktere, Story – drauf geschissen, interessiert eh keinen. Black will kein Half-Life sein, sondern nur ein ehrlicher und gradliniger Ego-Shooter. In jeder Mission geht es einzig und allein darum, vom Anfang des Levels bis zum Ende zu gelangen und unterwegs möglichst viele Gegner um die Ecke zu bringen. Ob das Spaß macht? Und wie! Black ist furios inszeniert, es gibt keinerlei Schnickschnack wie Fahrmissionen oder Nebenaufgabe. Nicht einmal springen kann man.

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„All Guns Blazing“! Simple aber spaßige Programmatik (Foto: EA)

Black bietet lediglich pure Daueraction, mit brachialer Feuergewalt fräsen wir uns einen Weg durch die Levels. Das ist durchaus wörtlich gemeint, denn dank jeder Menge gut positionierter Fässer oder Sprengkisten und der durchschlagskräftigen Waffen sind die Areale nach einem Shootout nur noch Schutt und Asche. Wände fetzen einfach weg, Holzsplitter und Mörtel spritzen uns ins Gesicht, Fahrzeuge explodieren. Auch der Sound ist eine Wucht. Die Waffen klingen extrem druckvoll, Querschläger zischen an uns vorbei und Explosionen lassen den Boden beben. Black vermittelt uns das Gefühl, wie Arnie oder Sly ein Action-Heroe der 80er Jahre zu sein.

Geht nicht mehr!

Wie gesagt, wer in irgendeiner Form eine Geschichte benötigt, auch mal einen anderen Lösungsweg versuchen möchte oder packende Skript-Sequenzen erwartet, der sollte um Black einen Bogen machen. Hier wird tatsächlich nur geballert. Das Spektakel lebt natürlich in erster Linie von der Präsentation – und gerade grafisch ist der Titel mittlerweile zwangsläufig veraltet.

Obwohl beim Erscheinen im Februar 2006 die Xbox 360 bereits auf dem Markt war, ist Black lediglich für die erste Xbox und die Playstation 2 erschienen. Das macht sich natürlich bemerkbar. Hübsch anzuschauen ist die Ballerorgie nicht mehr – und verliert dadurch natürlich einen Teil ihres damaligen Reizes.

Geht´s noch?

Trotz veralteter Grafik und trotz seiner Stupidität, die sogar noch Call of Duty unterschreitet, hat Black sich einen Platz in mein Herz geballert. Das Spiel pfeift konsequent auf jegliche Genre-Standards, zelebriert Daueraction vom Feinsten und überlässt die weibliche Hauptrolle der Waffe in unseren Händen. Gun-Porn halt. Wer hellhörig geworden ist, der kann noch immer einen Blick riskieren. Die Xbox-Version läuft auch noch auf der 360 und steht auf dem Marktplatz sogar noch zum kostenpflichtigen Download bereit.

Foto: EA

Thomas

Thomas

Seine große Leidenschaft ist das Zocken! Lange Jahre sowohl auf PC und Konsole unterwegs, dominieren dank Gamerscore- und Trophäen-Sucht mittlerweile Xbox und Playstation seine Abendstunden. Vom gradlinigen Ego-Shooter über dunkle Schleichabenteuer bis hin zu riesigen Open-World-Hits wandert fast alles ins Laufwerk. Doch auch im Kino ist er kein Kostverächter. Damit das alles finanziert werden kann, verbringt Thomas die meiste Zeit des Tages als kaufmännischer Angestellter im Büro.
Thomas

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