Bridge of Spies: Meinungsaustausch auf der Glienicker Brücke

Steven Spielbergs Bridge of Spies erzählt unter anderem die Geschichte des ersten Agentenaustausches im Kalten Krieg. Grund genug für die Nomaden Patrick und David, sich an demselben Platz zu verabreden, um über Steven Spielbergs Oscar-Bewerbung einen Meinungsaustausch zu halten.

In einer kalten Februar-Nacht müht sich ein Volvo durch die Brandenburgischen Chausseestraßen. Während die Lichter des Autos die laubberaubte Landschaft abtasten, denkt David im Wageninneren an den Austausch. Es ist nicht der erste Meinungsaustausch, an dem er teilnimmt. Doch der kundige und an diesem Abend etwas nervöse Nomade weiß um das internationale Klima, das die Zusammenkunft begleiten wird. Wie alle Jahre, versetzt die Oscar-Verleihung die Welt in ein Spannungsfeld. Gute, besonnene Meinungen sind jetzt wichtig – auch die Gegenseite hat sie.

Patrick ist schon da. Der kalte Wind, der über die Havel gleitet, blässt ihm den Rauch seiner Zigarette in die Augen. Eigentlich hat der Analyst das Laster drangegeben, aber wer kann das in dieser bewegten Zeit? Auch ihm bereiten die 88. Oscars schlaflose Nächte. Die Welt spielt verrückt. Erst vergangene Woche war ein Meinungsaustausch zu Adam McKays The Big Short beinahe gekippt. Bei den gefährlichen Zusammentreffen – das weiß der erfahrene Unterhändler – gibt es immer viele Faktoren, die es zu berechnen gilt. Aber wer kann das schon in diesen Tagen mit Gewissheit? Patrick denkt an sein Gegenüber und schaut auf die Uhr.

Ein Podcast, zwei Agenten

In dem holzvertäfelten Armaturenbrett des Volvos liegen beide Zeiger der Borduhr auf der Zwölf. David ist zu spät, aber die letzten Wochen haben seine konspirative Wohnung und seinen Geist mit Chaos benetzt. Auch er denkt an die letzten Zusammenkünfte: Denkt an The Revenant. Der Austausch über DiCaprios Oscar-Bewerbung lief um ein Haar aus dem Ruder. Nur schwer konnte die Situation beruhigt werden. Die Verhandlungen zu Mad Max: Fury Road und dem Marsianer standen auch lange auf Messers Schneide. Er fasst den leisen Entschluss, nach der Oscarverleihung Urlaub auf Aruba zu machen.

Nun also Bridge of Spies und David fragt sich, als er auf die Brücke einbiegt: Ist der Thriller aus der Feder der Coen-Brüder einen Oscar wert? Kann er sogar in allen sechs Kategorien überzeugen? Dieselben Fragen schiessen Patrick durch den Kopf, als er sein Gegenüber beobachtet, das im Scheinwerferlicht auf die Mitte der Brücke zugeht. Patrick setzt sich auch in Bewegung, seine durchgefrorenen Finger ertasten einen kalten Gegenstand in seinem Mantel. David hält kurz inne, als ein Mikrofon zum Vorschein kommt. Er wiederrum hält jetzt seine Aufzeichnungen in der Hand. Beide nicken einander zu.

Die Medien-Nomaden im Oscar-Modus! Wir hoffen unser Meinungsaustausch zu Bridge of Spies hat euch gefallen! Neben dem Agententhriller des Tagteams Spielberg/Hanks werden wir noch die restlichen Goldjungenanwärter Brooklyn, Room und Spotlight besprechen. Wer genau wissen will, wie die Goldjungen verteilt werden, dem sei unser kompetenz-geschwängerter Podcast zu dem Filmpreis ans Herz gelegt.  Aber jetzt seid ihr gefragt: Wie fandet ihr Spielbergs Film, der auf insgesamt sechs Oscars hoffen darf? Kann er sich bei dem starken Bewerberfeld Chancen ausrechnen? Lasst uns eure Meinung da!

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Photo: 20th Century Fox

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