Die fiesesten Aliens in der Popkultur

Science-Fiction ohne Aliens? Undenkbar! Außerirdische sind der Gipfel der Fremdartigkeit. Perfekt geeignet, um uns Menschen den Spiegel vorzuhalten. Oder aber – so hat er sie am liebsten – um Angst und Terror zu verbreiten: Patricks Top 10 der fiestesten Aliens in der Popkultur!

Fiese Visagen und stets gewaltbereit – das sind die Voraussetzungen für eine verdiente Erwähnung im meinem persönlichen Ranking. Ansonsten gilt: Free for all! Film-Aliens treffen auf Videospiel-Außerirdische, aber auch extraterrestrische Lebensformen aus Comics und Literatur mischen mit. Viel Vergnügen mit dieser abscheulichen Menagerie!

Rancor_Star Wars_Alien

Herkunft: Bekannte Heimatwelten der Rancors sind Felucia, Dathomir, Lehon und Ruusan – nachzulesen im höchst wissenschaftlichen Nachschlagewerk Jedipedia. Allerdings vermuten Experten, dass diese Kampf- und Fressmaschinen im Schlepptau intelligenter Spezies auf diese Planeten gelangt sind. Die eigentliche Herkunft ist unklärt. Ob der Herkunftsplanet überhaupt Geltungsansprüche anmeldet, darf bezweifelt werden. „Planet XY – Heimat der Rancors“ ist kein Slogan, den man sich aus marketingtechnischen Gründen ans intergalaktische Revers heftet.

Morphologie: Der Rancor wird, je nach Art (ja, es gibt tatsächlich mehrere Unterarten – Heinz Sielmann frohlockt posthum), fünf bis zehn Meter groß. Imposant. Ansonsten sieht er relativ beschissen aus.

Fiesheitsskala: Sofern der Rancor im Rahmen einer Besichtigung von Jabbas Katakomben angetroffen wird, sollte man sich auf eine vierte Begegnung der unangenehmeren Sorte einstellen. Außerhalb konfrontativer Situationen allerdings durchaus mit gutmütiger Gesinnung. Daher Abzüge in der B-Note.

Nachhaltigkeit: Offiziell bestes Monster in der besten Weltraum-Saga aller Zeiten. Hätte ich gern so in meinem Lebenslauf stehen.

Alien Rebels_Alien Rebellen_Akte X

Herkunft: Unbekannt (?). Auf jeden Fall sind die außerirdischen Rebellen immer dann zur Stelle, wenn es Pläne des Syndikats zu durchkreuzen gilt. Da haben die einen Riecher für.

Morphologie: Wie Du und ich. Fast.

Fiesheitsskala: Ziemlich weit oben. Die Rebellen zündeln gerne. Ehemalige Entführte und Familienmitglieder des Konsortiums sind ihr liebster Zunder!

Nachhaltigkeit: Die Kehrseite der Medaille. Um die Nachhaltigkeit ihrer Schandtaten zu bemessen, müsste mir mal einer die Mythologie von Akte X erklären.

Skeletor_Alien

Herkunft: Skeletor ist ein Blaublut im doppeltem Sinne. Einerseits ist er ein besonders böser Vertreter der Gar, einer blauhäutigen Spezies. Andererseits ist er der Halbbruder von König Randor. Was seinen permanten Geltungsanspruch auf Castle Grayskull erklärt.

Morphologie: Der Tod steht ihm gut? Lasst Euch nicht von seiner ungesunden Gesichtsfarbe täuschen. Skeletor ist quicklebendig. Sein Aussehen ist lediglich das Ergebnis eines kleinen Säureunfalls.

Fiesheitsskala: Giftgas, Schwerkraftmanipulation, Weltraum-Voodoo – man kann Skeletor sicher vieles vorwerfen. Aber ganz sicher nicht mangelnden Einfallsreichtum.

Nachhaltigkeit: Problem: Seine Pläne werden ständig von einem metrosexuellen Barbaren durchkreuzt. Sich 30 Jahre als Erzwidersacher von He-Man zu halten, ist nur ein schwacher Trost. Eigentümer von Snake Mountain zu sein, ist schon etwas geiler.

Chryssalid_Alien

Herkunft: Das Weltall spuckt immer wieder neue übellaunige Spezies aus. Die Chryssalids sind Teil der intergalaktischen Multikulti-Truppe, die in X-COM: Enemy Unkown unseren schönen blauen Planeten unterjochen möchte. Da haben Fragen nach der Herkunft keinen Platz.

Morphologie: Entschuldigung, kennen wir uns nicht irgendwo her? Die insektenartigen Chryssalids weisen eine frappierende Ähnlichkeit mit den Schwarmaliens anderer bekannter Franchises auf – Onkel Tyranid und Tante Zerg lassen grüßen. Zumindest nach dem Make-Over des Rundenstrategie-Hits. In MicroProse‘ Ur-UFO: Enemy Unknown waren die Chryssalids aufrecht gehende Krabbenwesen, die auf dem Seziertisch beinahe putzig aussahen. Weshalb man versucht war, die Retro-Chryssalids zu unterschätzen. Fatal!

Fiesheitsskala: Das Motto der Chryssalids: No Future! Nicht umsonst werden sie von ihren extraterrestrischen Vorgesetzten bevorzugt zu Terror-Missionen eingeladen. Die Todesschreie jener Zivilisten, die von den Chryssalids besamt und in Zombies verwandelt werden, hallen durch die Häusergassen, bis die flinken Mistkäfer unvermittelt um die Ecke biegen. Einmal in Schlagdistanz, ist unglückseeligen X-COM-Agenten nicht mehr zu helfen.

Nachhaltigkeit: Äußerlich inzwischen ein xenomorpher Abklatsch, war der UFO-Chryssalid der pixelgewordene Albtraum meiner 25-jährigen Videospiel-Laufbahn: Mein liebevoll aufgepowerter, hoch dekorierter Alter Ego, durchbohrt und infiziert, drauf und dran das eigene Team zu dezimieren. Die neumodische Variante hält zumindest die Erinnerung an dieses Trauma wach.

Necromorph_Dead Space_Alien

Herkunft: Streng genommen sind Necromorphe keine Aliens, sondern Menschen. Degeneriert und entstellt zwar – aber immerhin. Nicht mal der mutagene Sender, Wurzel allen Übels, ist außerirdischen Ursprungs. Klassischer Fall von #Fail? Papperlapapp.

Morphologie: Gegenfrage: Was haben Mensch und Necromorph noch gemeinsam? Abgesehen von der ständigen Unart, ungebeten in die Szenerie zu platzen? Einige äußerliche Merkmale wie Kopf und Gliedmaßen vielleicht. Das war’s aber auch schon.

Fiesheitsskala: Sind Necromorphe mit Absicht fies? Sie haben doch nur eine schwere Mutation durchgemacht. Werft Nächstenliebe und Humanismus besser über Bord: Gutmenschen fressen Necromorphe als Erste.

Nachhaltigkeit: Was die Chryssalids in meiner Jugend waren, waren die Necromorphe in meiner Twen-Ära. Dead Space brachte mich um den Schlaf. Weil ich das nächste Level noch erreichen wollte, versteht sich… Aber auch sonst haben es diese üblen Launen menschlicher Hybris weit gebracht: Neben zwei Fortsetzungen beeinhaltet das DS-Universum Comics, Filme und Romane. Nicht schlecht für einen Haufen wandelnder Tumore.

The Thing_alien

Herkunft: Das Ding kommt aus einer anderen Welt.

Morphologie: Zitieren wir an dieser Stelle die zeitgenössische Kritik von Helmut W. Banz: „Ein amorphes Fleischklumpen-Kompositum aus deformierten Gliedern, schleimigen Öffnungen, offenliegenden Muskeln und Nerven und obszönen Tentakeln.“ Kurz: Dagegen ist ein Necromorph eine echte Schönheitskönigin.

Fiesheitsskala: Das Ding sieht nicht nur fies aus, es sät Zwietracht und Paranoia. Passt auf Euren Nebenmann auf, er könnte das nächste amorphe Fleischklumpen-Kompositum sein.

Nachhaltigkeit: Im ewigen Eis der Antarktis bleibt das Ding frisch. 2011 wurde es aufgetaut. Wobei – das war ja das Prequel. Egal. John Carpenters Effekt-Revue floppte damals an den Kinokassen, Spielbergs E.T. bimmelte nur zwei Monate später durch. Heute gilt The Thing als einer der besten Horror-Filme überhaupt. Klarer Anschaubefehl!

Alien_Independence Day

Herkunft: Die Aliens aus Independence Day sind klassische Miet-Nomaden. Lassen sich  häuslich nieder, bis ihre neue Bleibe verlebt und völlig ausgelaugt ist. Mit dem Mutterschiff, einem überdimensionalen, intergalaktischen Camper, gehts auf zum nächsten Wegwerf-Planeten. Nachhaltigkeit ist für diese Gesellen ein Fremdwort.

Morphologie: Eine gewisse Ähnlichkeit zu den Greys aus dem Sternensystem Zeta Reticuli ist unverkennbar. Aber weniger analfixiert als ihre entfernten Verwandten, die im direkten Vergleich wie wahre Menschenflüsterer  daherkommen.

Fiesheitsskala: Unangemeldet die Party zu crashen und heiße Stripperinnen zu pulverisieren ist ja schon ein Unding, könnte aber noch als geschmackloser Lausbubenstreich durchgehen. Vor den US-Präsidenten zu treten und einen völkerübergreifenden Völkermord anzukündigen, ist der Gipfel der Ungepflogenheit.

Nachhaltigkeit: Die Aliens aus Independence Day mögen zwar formidable Weltenzerstörer sein, von Computersicherheit haben sie allerdings weniger Ahnung als ein Best Ager, der sich an der Haustür vom Zetteltrick überrumpelt lässt. Ein schlichtes Avira AntiVir in der Basisversion ist doch nicht zu viel verlangt, oder? Eine neue Chance gibt es 2016.

Ali

Herkunft: Woher der Große Alte stammt, dürfte unerheblich sein. Er war zu erst da. Als er sich vor 100 Millionen Jahre auf der Erde niederließ, schwammen wir alle noch in der Ursuppe. Also fallt ihm nicht mit belanglosen Fragen auf die Nerven.

Morphologie: Dr. Zoidberg in groß und übellaunig. Letzteres liegt wohl daran, dass er Flügel wie T-Rex-Ärmchen hat.

Fiesheitsskala: Ohhhhh, wer lebt in einer Ananas tief unter dem Meer? Noch schläft Cthulhu tief unten im Ozean den Schlaf der Ungerechten. Wenn er denn mal aufwacht, und das wird er, sollten die Sterne günstig stehen, dann spielt er den miesepetrigen Morgenmuffel und überzieht unsere kleine, schnuckelige Welt mit Tod und Verderben.

Nachhaltigkeit: Träger des Titels „Größter Zungenbrecher der Popkultur“. Vorbild für das fliegende Spaghetti-Monster. Die Abkürzung des Rollenspiels Call of Cthulhu weist eine phonetische Nähe zum englischen Wort für Schwanz auf. Ich kann mir nicht helfen. Aber abgesehen davon, dass er das Hirngespinnst eines der größten Phantasten aller Zeiten ist: Cthulhu ist und bleibt einfach eine coole Sau.

Mass Effect Reeper Alien

Herkunft: Gestatten: das Sci-Fi-Pendant zu H.P. Lovecrafts Großen Alten. Die Reaper haben schon Welten verschlungen, da haben die Protheaner noch in die Windeln geschissen. Wenn überhaupt.

Morphologie: Wer überlegt, sich einen Reaper anzuschaffen: Ab 160 Meter Größe gehts los. Die Sovereign-Klasse (zwei Kilometer groß) benötigt aber schon ordentlich Auslauf.

Fiesheitsskala: Think Big. Reaper geben sich nicht mit der Vernichtung einzelner Welt zufrieden. Wenn sie sich alle 50.000 Jahre bequemen, dann nur, um die gesamte Galaxie von unnötigem Ballast zu befreien.

Nachhaltigkeit: Wie gesagt: Wo die Reaper hinhauen, herrscht erstmal Tabula Rasa. Ein unwesentlicher Makel schmälert den Gesamteindruck etwas: Das Ende von Mass Effect 3. Danke EA und Bioware.

Alien_Xenomorph

Herkunft: Die Alien-Forschung schreitet voran: Gingen Movie-Buffs lange von LV-426 als Heimatplaneten aus, erfuhren Comic-Leser Ende der 1980er von einem Planeten namens A6 454 – oder schmissiger: Xenomorph Prime. An Freunden der Film-Franchise ging diese Entwicklung vorbei.

Morphologie: Königinnen und Drohnen, Facehugger und Chestburster – Aussehen und Körperbau variieren und sind vom Entwicklungsstadium,von der Beschaffenheit des Wirtes oder von der Willkür eines Regisseurs abhängig. Was sie jedoch eint, sind die phallischen Züge. H.R. Giger sei Dank.

Fiesheitsskala: Wer es über das Herz bringt, Harry Dean Stanton ein Haar zu krümmen, der kann ein selbiges gar nicht besitzen. Diese Aliens sind Killer – und besonders intelligente Killer obendrein. So ziemlich alles am Xenomorph ist fies: Angefangen vom groß(ab)artigen Design über den Fortpflanzungszyklus („Wer befruchtet eigentlich die Queen?“, fragte David in unserem Alien-Podcast einst – Kopfkino…)  bis hin zur sadistischen Ader. Selbst das Blut ist ätzend. Mehr badass geht nicht.

Nachhaltigkeit: Mal ehrlich: War eine andere Nummer 1 zu erwarten? Oft kopiert – aber in seiner Intensität unerreicht. Der Xenomorph ist ein popkultureller Meilenstein. Punkt.

Was sagt Ihr zu diesem Ranking? Welche fiesen Aliens in der Popkultur fallen Euch noch ein, die eine Erwähung verdient haben?

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Bildmaterial: Lucasfilm/Disney, 20th Century Fox (3), Filmnation Associates/Mattel, Firaxis/2K Games, Visceral Games & Bioware/EA (2) , Universal Pictures, South Park Digital Studios/Ubisoft

Patrick

Patrick

Mit Gameboy und Ghostbusters aufgewachsen, teilt Patrick das Schicksal vieler 1980er-Jahrgänge. Die viereckigen Augen wird er nicht mehr los. Stünde aufgrund seines ausgeprägten Sammlertriebes ohne Steam & Stream vor dem finanziellen Ruin. Hätte gerne einen purpurnen Tentakel als Haustier. Patrick arbeitet bei einem großen Medienunternehmen und geht auf journalistenfilme.de immer öfter den Medien-Nomaden fremd.

Patrick@Medien-Nomaden.de
Patrick

2 thoughts on “Die fiesesten Aliens in der Popkultur

  1. Die Predatoren (Yautja) hätte man noch irgendwo in die Top 5 stecken können
    Sie jagen aus purer Lust menschen und andere Lebewesen auf dem jeweiligen Planeten, Wobei Xenomorphs, Das Ding oder die Aliens aus Independence day nur den fortbestand ihrer Rasse schützen wollen oder eine neue bleibe suchen

    • Hallo Jens,

      jau, die Predatoren hätten durchaus eine Erwähnung verdient, popkulturell auf jeden Fall. Ich persönlich bin mit denen nie so richtig warm geworden bzw. sie haben mich nie so „geprägt“, wie die hier vorgestellten Viecher 😉

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