Abgegruselt – unsere Horrorfilmtipps zum Fest

Endlich: Die Medien-Nomaden gehen online! Eigentlich wollten wir Euch einen zünftigen Killer Clown-Prank kredenzen, nach einer Nacht in einer Ausnüchterungszelle haben wir uns aber doch dagegen entschieden. Stattdessen stecken  Patrick und David ihre Köpfe zusammen und hauen ein paar schaurige Empfehlungen  für Euch raus.

David:

Slither (2006)

Worum geht es?
Eine Alien-Invasion überrollt eine Kleinstadt und verwandelt die Einwohner und ein Reh in Monster. Mittendrin versucht Sheriff Bill Pardy (Nathan Fillion) zumindest seine Highschool-Liebe zu retten.

Warum die Empfehlung?
James Gunn (Guardians of the Galaxy) liefert hier seinen ersten Film ab und der ist gleich ein Knüller. Gut getimte, witzige Dialoge und jede Menge eklige Effekte. Dazu ein Nathan Fillion auf dem Weg zum charmanten Leading Man. Obendrauf jede Menge Anspielungen auf andere Horrorfilme („RJ McCready’s Funeral Home“ ist zum Beispiel nach Kurt Russels Charakter aus The Thing benannt).

Gruseligster Moment?
Gibt es nicht! Slither ist Null gruselig dafür super eklig. Besonders die Szene am Schluss mit der, nennen wir es mal Monsterorgie, ist fies.

Only Lovers left Alive (2013)

Worum geht es?
Adam (Tom Hiddleston) ist ein deprimierter Musiker und auch noch ein Jahrhunderte alter Vampir. Er bekommt Besuch von seiner Frau Eva (Tilda Swinton). Zusammen diskutieren die beiden ihr Leben und über den aktuellen Zustand der Welt. Das Ganze wird durcheinander gewirbelt durch den Besuch von Eva’s gestörter Schwester (Mia Wasikowska).

Warum die Empfehlung?
Blut wird hier nicht aus Venen getrunken, sondern im Krankenhaus besorgt. Jim Jarmusch hat hier einen betörend schönen und langsam erzählten, fast schon lethargischen Vampir-Film abgeliefert. Keine Action, aber Atmosphäre und davon reichlich. Dickes Lob an dieser Stelle gibt es für das Produktionsdesign und die Darsteller. Vor allem Tilda Swinton ist immer wieder erotisch, erschreckend und faszinierend zugleich.

Gruseligster Moment?
Die letzte Einstellung, in der wir die wahre Natur von Eva sehen.

Vampire Nation (org.: Stake Land) (2010)

Worum geht es?
Heute im Angebot: Vampir-Apokalypse. Martin (Connor Paolo) hat dank des geheimnisvollen Misters (Nick Damici) überlebt. Viele andere nicht. Hoffnung gibt es in Kanada, das jetzt “New Eden” heißt. Also machen sich die beiden auf den Weg. Martin lernt dabei von Mister, wie man am effektivsten den Blutsaugern den Garaus macht.

Warum die Empfehlung?
Ok, der deutsche Titel ist Käse – aber der Film ist echt nicht schlecht. Hier wird sich nicht durch Vampirhorden geschnetzelt und die Menschen halten alle dicke zusammen. Wie in The Walking Dead ist auch hier das wahre Monster der Mensch. In diesem Fall ein durchgeknallter Kult.

Gruseligster Moment?
Der Ton des Films wird direkt in der zweiten Szene gesetzt. Martin und seine Familie haben Schutz in einer Scheune gefunden. Achtung, Klischee! Der Hund läuft raus und Martin hinterher. Als er zurück kommt ist seine Mutter tot, sein Vater schwer verletzt und ein Vampir hat sich das Baby der Familie geschnappt. Mister kommt ihm zur Hilfe – aber zu spät: das Baby ist schon ein Vampirsnack geworden.

Patrick

Jacob’s Ladder (1990)

Worum geht es?

Jacob Singer (Tim Robbins) kehrt traumatisiert aus dem Vietnam-Krieg zurück. Flashbacks und Albträume plagen ihn, und auch sein Alltag gestaltet sich zunehmend unheimlicher: Gesichtslose Gestalten und Dämonen treiben ihn in den Wahnsinn. Gemeinsam mit einigen Veteranen aus seiner Kompanie ist er einer Verschwörung auf der Spur. Der schreckliche Verdacht: Experimentierte das US-Militär im vietnamesischen Dschungel mit halluzinogenen, aggressionssteigernden Substanzen?

Warum die Empfehlung?

Jacob’s Ladder ist ein filmgewordener Albtraum. In 108-Minuten in die Vorhölle. Kein Entrinnen. Kein Happy End. Was in stimmungsvoller Suspense beginnt, lässt den Zuschauer mit offenem Mund zurück. Schnelle Schnitte, die nicht viel Zeit geben, das Gesehene zu verarbeiten. Grauenvoll verzerrte Fratzen und wild zuckende Körper. Der Look ist verstörend wie stilprägend: Jacob’s Ladder ist Inspirationsquell für die Macher der Videospiel-Reihe Silent Hill, die wiederum im derzeitigen Horror-Hype (Evil Within, Outlast) gleich mehrfach rezitiert wird.

Gruseligster Moment?

Ersetze gruselig durch verstörend. Dann fällt die Auswahl immer noch schwer. Die Krankenhaus-Episode ist einfach nur…nun ja…krank. Wenn ich mich festlegen muss: Jacob Singer besucht mit seiner Freundin Jezebel (Elizabeth Pena, vor wenigen Wochen leider verstorben) eine Party. Sie will tanzen, er nicht. Zur Strafe muss er zusehen, wie sich Jezebel in ekstatischer Lust einem Dämonen hingibt. Definitiv ein WTF-Moment.

Carnival of Souls – Tanz der toten Seelen (1962)

Warum geht es?

Mary Henry hat soeben einen Autounfall überlebt und ist nun auf der Suche nach einer Anstellung als Organistin. Auf dem Weg nach Salt Lake City erscheint ihr das unheimliche Gesicht eines Mannes im Fenster ihres Wagens. Weitere Erscheinungen machen ihr den Alltag unerträglich.

Warum die Empfehlung?

Wenig Mittel – maximale Wirkung. Selten geht diese Gleichung so gut auf wie bei Carnival of Souls: Der Tanz der toten Seelen  ist einer der effektivsten Sparfüchse, die ich je gesehen habe. Dabei meine ich nicht nur das geschätzte Budget von gerademal 30.000 Dollar. Der Cast ist überschaubar, Dialog und Musik werden sparsam eingesetzt (in einigen Szenen ist es totenstill), ja selbst die Handlung ist auf das Nötigste reduziert. Was bleibt, ist ein Fond von einem Film. Ein Fond, der sich aus vielen Zombie-Filmen (Romero!) herausschmecken lässt.

Gruseligster Moment?

Das Finale auf einem stillgelegter Rummelplatz. Mehr sag‘ ich nicht. Einfach mal wirken lassen. Carnival of Souls ist als Public Domain verfügbar.

Der ganze Film:

Der Trailer:

Monkey Shines – Der Affe im Menschen (1988)

Worum geht’s?

Ihr wolltet schon immer einen Hilfsaffen? So einen wie Homer Simpson ihn hatte? Nehmt lieber Abstand. Allan Mann (Jason Beghe) ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt. Der einst sportliche junge Mann zergeht in Selbstmitleid. Da  bringt ihm sein Freund ein kleines Äffchen namens Ella mit. Allan blüht ob der unglaublichen Fähigkeiten seines neuen Haustierchens wieder auf. Was er nicht weiß, sein Kumpel – ein klassischer Mad Scientist – hat Ella eine Extra-Dosis Menschenhirn gespritzt. Die Nebenwirkungen sind mörderisch.

Warum die Empfehlung?

George A. Romeros Affentheater ist weder Fisch noch Fleisch. Zu wenig Horror, zu viel (ungewollte) Komik. Aber genau das macht den Reiz von Monkey Shines aus. Der tierische Slasher unterhält von der ersten bis zur letzten  Minute.

Gruseligster Moment:

Ella zeigt maximalen disrespect und pinkelt Allan in den Schoß. Der einzige Moment, der für uringetränkte Hosen sorgt. Nichtsdestotrotz steckt Monkey Shines voller erinnerungswürdiger Szenen. Ella dreht dem Wellensittich einer Krankenschwester den Hals um. Ella tötet Allans Mutter mit einem Fön. Ja, Ella allein ist das Eintrittsgeld wert. Eine schöne Zusammenfassung gab es vom AVGN James Rolfe im Zuge seiner Monster Madness-Reihe.

 

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