Elysium: Halo 0.5

Mit der Apartheid-Parabel District 9 lieferte der ehemalige Werbefilmer ein ordentliches Debüt ab. Peter Jackson bürgte für ihn. Mit Elysium macht er nun 109 Minuten Werbung für den „Halo“-Film.  Seitdem rennt David durch die Straßen und schreit: „Verdammt! Gebt Neill Blomkamp endlich das Geld und lasst ihn machen!“

Elysium spielt im Jahr 2154. Es gibt eine Zwei-Klassengesellschaft. Auf der Erde leben die Armen und auf der Raumstation Elysium leben die Privilegierten. Wir treffen Max (Matt Damon, in Flashbacks: Maxwell Perry Cotton), er ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und hat es in derVergangenheit mit dem Gesetz nicht ganz so genau genommen. Jetzt versucht er ein „normales Leben“ zu führen. Dumm nur, dass er bei einem Unfall in der Roboterfabrik, in der er arbeitet, verstrahlt wird. Seine einzige Chance, in 5 Tagen noch am leben zu sein, ist Elysium.  Dort gibt es die eierlegende Wollmilchsau unter den Medizingeräten, die ALLES heilen kann.

Eines der erfrischenden Elemente an Elysium ist: Der Film erklärt nicht jedes Detail. Offensichtlich ist Blomkamp, der auch das Drehbuch geschrieben hat, nicht der Meinung, dass die Zielgruppe komplett verblödet ist (während ich bei Michael Bay genau das vermute). Außerdem ist er mit nicht mal zwei Stunden auch nicht so episch lang, wie andere Action und Si-Fi Filme in letzter Zeit. Was würde ich für einen 90 Minuten Cut von „Transformers Dark of the Moon“ geben. Außerdem besitzt Elysium eine Qualität, die vielen CGI-Spektakeln heute ab geht. Die Special-Effects fügen sich nahtlos in die Welt ein, ohne groß künstlich zu wirken. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, eine überzeugende Zukunft zu sehen und nicht eine Spielzeug-Reklame. Dafür leidet Elysium an einer anderen Krankheit heutiger Action-Filme. Die Kämpfe sind teilweise sehr schnell und unübersichtlich geschnitten. Es ist nicht immer klar, was genau passiert.

Leider verschenkt der Film auch einiges bei den Gegenspielern. Verteidigungsminister Delacourt (Jodie Foster) ist leider als Bösewicht nicht mehr als eine fiese Bitch. Da wäre noch Potenzial gewesen. Neill Blomkamp-Buddy Sharlto Copley spielt seinen Part als richtig schön kranken Psychopaten und kommt auch zum Zug, auch wenn man nach knapp einer Stunde denkt, er ist weg vom Fenster. Gott sei dank gibt es ja die eierlegende Wollmilchsau.

Foto: TriStar

 

David

David

Er hat vielleicht nicht jeden Film gesehen. Er kann aber zu jedem etwas sagen. In seiner Muttermilch war Zelluloid. Auch vor Musik und Videospielen macht er keinen Halt. David sabbelt nebenbei auch professionell im Radio. Damit ist er aber offensichtlich nicht ausgelastet. Mehr von ihm gibt es hier bei den Medien-Nomaden.

david@Medien-Nomaden.de
David

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.