Qualitätsserien V: Fargo

Fargo – die Serie des US-Senders FX ist so gar nicht wie ihr Spielfilm-Vorbild, dann aber wiederum doch. Warum dies so ist und warum auch Menschen, die mit dem Film nichts anfangen konnten, der Serie eine Chance geben sollten, versucht Steini zu erörtern. Das bescheidene Finale unserer Reihe über Qualitätsserien.

Fargo ist dreierlei. Zuallererst ist Fargo der Name einer Stadt im US-Bundesstaat North Dakota. Die ganze Skurrilität von gleichnamigen Film und Serie beginnen hier schon. Ohne jemals der Stadt einen wirklich eindeutigen Bezug anheim zu stellen, ist sie in beiden Fällen der Titel. Eigentlich hätten Film und Serie eher den Namen Minnesota tragen können. Die lokalen Eigenarten des Nachbarstaates sind den Produktionen gemein. Hier spielt sich auch in beiden Fällen der Großteil der Handlung ab. Die Coen-Brüder – federführend beim Film, in produzierender Funktion bei der Serie – stammen aus dem Bundestaat, der klimatisch einer der kältesten der gesamten USA ist. Minnesota ist in dem föderalen Staatengebilde der USA etwas durchaus besonderes; nicht nur weil hier viele Bewohner skandinavische Vorfahren haben.

Film und Serie sind eine klar angelegte Hommage an Minnesota. Aber anstatt die Schönheit des Staates zu beschwören, zeigen beide Formate in ihren Außenaufnahmen vorrangig mit Schnee garnierte Tundras. Es geht vielmehr um die Bewohner des Staates, um ihre Art miteinander umzugehen, obendrein gibt es eine Crime-Story. 1996 wäre der Film Fargo nie der Erfolg geworden, welcher er letztendlich wurde, hätte man ihn nicht im Nordstern-Staat spielen lassen. Der Thriller der Coen-Brüder hatte einer seiner vielen Stärken in der langsamen Narration, in den ruhigen Dialogen, in denen sich die gut geschreibenen Figuren Jahrhunderte Bedenkzeit nahmen, um dann eine derart simplistische Antwort auf eine komplexe Frage zu geben, dass man mit dem Grinsen nicht mehr aufhören kann. Serien-Fargo, ist wie sein Film-Bruder, kein Comedy-Feuerwerk, wartet aber mit einer so überzogenen Skurrilität auf, dass man aus der Verzückung nicht mehr herauskommt.

Bitterböse Ode an Minnesota

Fernsehserien, die Filme als narrative Vorlage nehmen, haben in der Regel große Probleme ihren Leimwandvorbildern Genüge zu tun. In der Folge sind sie meist nicht sonderlich gut. Aber Fargos Fernsehausritt zieht die richtigen Lehren aus verunglückten Produktionen, wie zum Beispiel demTV-Ableger der Firma. Wie der Film Fargo eine Würdigung Minnesotas war, kann die Serie als eine Hommage an den Film verstanden werden. Fargos erste Staffel hat, bis auf das lokale Setting und kleine, intelligent gesetzte, Verweise an den Film von 1996, wenig mit dem Film zu tun. Die Version des US-Kanals FX ist eine Standalone-Produktion und bereichert sich an den Stärken des Films: Interessantes Setting, skurrile Story und sehr gut geschriebene, wie auch dargestellte, Charaktere. Unabredbar: Die Serie ist sehenswert.

Menschen, die den Coen-Film nicht mochten, sollten vor der gleichnamigen Serie nicht die Augen verschließen.  Denn auch wer mit dem Film wenig anfangen konnte, wird von der Serie positiv überrascht sein. Die Charaktere sind ein wenig greifbarer, obwohl sie ihre Inspiration unverkennbar aus dem Film ziehen. Was teilweise zu offensichtlich ausfällt. Die Handlung entwickelt sich immer noch recht langsam, aber die exzellent geschriebenen Charaktere und das serielle Format lassen dies nicht so erscheinen. Erwähnenswert sind hier auch die schauspielerischen Leistungen der Hauptprotagonisten. Lester Nygaard, gespielt von Martin Freeman ähnelt in vielerlei Hinsicht William H. Macys Charakter aus dem Film, leidet jedoch unter gänzlich anderen Umständen. Die großartige Allison Tolman spielt Deputy Molly Solverson, die zusammen mit dem Polizisten Gus Grimly eine Reihe brutaler Morde aufklären muss. Grimly wird von Colin Hanks gespielt (Jep! Tom ist sein Vater), ein wirkliches Filmvorbild hat er, im Gegensatz zu seiner Partnerin, nicht. Die beiden Ordnungshüter sind genial geschrieben und sympathisch verkörpert. Der Einzige, der den beiden Beamten die Show stielt, ist Lorne Malvo.

Fargo Artikel 1

Deputy Solverson auf der Suche nach einem Kadaver-produzierenden Virtuosen. (Photo: FX)

Der reisende Auftragsmörder Lorne Malvo bringt durch einen Autounfall, die ganze Geschichte der Serie erst so richtig ins Rollen. Aber wer in dem immer adrett gekleideten Malvo, nur ein Handlungskatalysator sieht, irrt gewaltig. Kann man eigentlich auch gar nicht. Der in Lohn-stehende Sensenmann entsorgt seine Ziele nicht nur äußerst kurios und gekonnt, sondern ist in allen Belangen derart böse und eigenartig, dass er beinahe schon wie eine Karikatur wirkt. Malvo wird von dem viel gescholtenen Billy Bob Thornton gespielt – ein Coen-Liebling (The Man Who Wasn´t There). Thornton spielt den hageren, mit Pottschnitt (Minnesota und Frisuren) versehenen Killer genial. Beinahe wünscht man sich einen Malvo-zentrierten Spinoff, alá Better Call Saul. Nebenbei sei erwähnt, dass Bob Odenkirk, der Anwalt, den man besser anrufen sollte, eine Rolle bei Fargo ergattert hat. Generell ist der Cast sehr gut besetzt.

FargoFargo  v Fargo = Fargo

Die Story in der sich die Figuren wiederfinden, ist sehr spannend wenn auch ein wenig überbordend. Autor Noah Hawley hat hier nicht nur dem Filmvorbild ein Denkmal gebaut, sondern auch etwas Eigenes geschaffen. Das war wichtig. Viele Serien sind viel zu nah an ihren Leinwandvorbildern orientiert, einen Kampf, den nur die wenigsten Serien gewinnen können. Bei der Serie Fargo war ich anfangs skeptisch, überrascht und letztendlich froh, meine unbegründete Vorurteile binnen fünf Minuten schwinden zu sehen. Die Serie schafft dabei einen wirklich schweren Spagat. Der Fernsehableger ist entspannt und ruhig, wie eben der Leinwand-Bruder und doch komplett losgelöst von ihm (Filmfans dürfen sich über „Eastereggs“ freuen). Ein Befund der nicht von allen Zuschauern geteilt und durchaus kontrovers diskutiert wird. Die Nähe zum Film ist nicht von der Hand zu weisen, doch ist die Serie in ihrer Darstellung um einiges gewalttätiger und umfangreicher. Der visuelle Look der Serie gefällt mir besser und die Charaktere sind – dem Serien-Format geschuldet – inhaltlich stärker benetzt.

Fesselnde, wie auch interessante Charaktere und ein treffend gutes Setting – Fargo liefert bei den wichtigen Kriterien ab. Die Schauspieler und die generelle Skurrilität der Serie machen sie aber erst großartig. Allen voran ist es der Vollzeit-Mörder Malvo, der eine grundlose Boshaft pflegt und diese so denkwürdig auf die Mattscheibe transportiert, dass er für mich beinahe schon sinnbildlich für die ganze Serie steht – oder besser gesagt: Für die erste Staffel. Denn Malvo wird man aller Voraussicht nicht nochmal sehen. Fargo geht den selben Weg wie True Detective und will eine Anthologie sein. Jede Staffel ein neuer Cast, eine neue Geschichte.

Die Serie dann aber nur auf Malvo zu reduzieren wäre ein schrecklicher Fehler. Neben dem bereits erwähnten Faktoren, finden viele Charaktere ein eher unsanftes Ende. Die Gewaltdarstellung ist dabei in den meisten Fällen inszenatorisch gelöst. Fargo ist, wie der Film, eine schwarze Komödie und überfordert seinen Zuschauer auch bei den Rückblenden in keiner Weise. Spannung, überraschende Twists und ein hoher handwerklicher Standard machen Hawleys Fargo zu einem Genuss. Der englische OT ist eine Empfehlung von mir und nicht schwer zu verstehen. Ein Problem, welches Fargo für den Zuschauer haben könnte, ist die Verdichtung des Plots in den Episoden. Denn obwohl sich die Haupthandlung langsam entfaltet, sind die knapp 55-minütigen Folgen sehr ereignisreich. Manchmal hätte das Skript besser ausgearbeitet werden können, dennoch spielt es gelungen mit den Erwartungen der Zuschauer. Ich kann die zwiegespaltene Fargo-(Film)Fangemeinde teilweise verstehen, die Serie hat mitunter ein paar (wenige) raue Ecken, was für mich den sehr positiven Gesamteindruck aber nicht trüben kann.

Warum Fargo?

Die erste Staffel Fargos hat zehn Episoden. Die Serie ist in unserer Reihe über Qualitätsfernsehen etwas Besonderes, da sie sich einen Film zur Vorlage nimmt, jedoch etwas komplett Eigenes schafft. Wer den Film von 1996 gesehen hat, fühlt sich in vielen Szenen und Charakteren an den Oscar-prämierten Film-Bruder aus dem Jahre 1996 erinnert. Mehr aber wiederrum nicht. „Fargo sehen, ohne Fargo gesehen zu haben“, ist problemlos machbar. Die Serie schafft sich Neues und Eigenes und nutzt dabei die Serien-Plattform sehr gut. Die Fernsehserie, deren zweite Staffel diesen Herbst erscheint, hat dabei einen beeindruckend hohen Produktionsstandard. Fargo kann man auf vielen Ebenen sehen und genießen, ohne das dabei eine Betrachtungsweise vorangestellt wird. Und vielleicht liegt hier die Essenz und der schlussendliche Appeal der Serie: Sie ist herrlich unaufgeregt und entspannt, will nur eine „wahre“ Geschichte erzählen. Dass gelingt ihr in den meisten Fällen wirklich gut, gerade weil das Drumherum stimmt.

Natürlich ist Fargo dabei kein Spaß für die gesamte Familie – Die schwarze Komödie hat eine berechtigte Altersbeschränkung (FSK 18). Hier hebt sich Fargo auch von den anderen vorgestellten Serien ab. Keine zelebriert Gewalt so akzentuiert, wie Noah Hawleys Produktion. Warum Fargo nun in der Reihe besprechen? In vielerlei Hinsicht ist die mit vielen Preisen ausgezeichnete Produktion sinnbildlich für heutige Qualitätsserien im Fernsehen und ihren aktuellen Siegeszug. Die hochwertigen Produktionen haben sich dem Zuschauer in den letzten Jahren stark angenähert. Der Appeal liegt zum einem unserer gestiegenen Medienkompetenz zu Grunde. Denn wie in unserer Einführung besprochen, ist der heutige Erfolg von Qualitätsserien von zwei Seiten her zu erklären. Hohe Produktionsstandards (teilweise höher als bei Filmen), aber auch ein etablierter Markt. Quality-TV hat heute niedrigere Eintrittsbarrieren. The West Wing fand in der Reihe Erwähnung, da es zu seiner Zeit innovativ produziert und großartig geschrieben war – bessere Dialoge mag man selbst heute kaum finden. Aber Aaron Sorkins Polit-Drama war nichts für die Menschen, die heute Heisenberg als Karnevalsverkleidung wählen. House of Cards geht einen benutzerfreundlicheren Weg, auch wenn der Vergleich etwas hinkt. Thematisch und philosophisch war The West Wing ein Schwergewicht, House of Cards ist eher personenzentriert. The Wire hingegen erfreut sich sieben Jahre nach seiner letzten Folge, einem steigendem Interesse, weil die Grundthematik immer noch aktuell ist. David Simons Epos hatte während seiner Laufzeit aber immer Probleme. Um ein Haar wäre nach der zweiten Staffel Schluss gewesen. Auszeichnungen bleiben aus. The Wire fristete lange ein Dasein als Geheimtipp.

Heute können Serien-Fans aus vielen Qualitätsserien wählen. Die hochwertigen Produktionen sind beliebt. Der Markt ist da. Aber auch erfolgreiche Schauspieler haben Interesse in den Serien mitzuwirken. Lange Spielzeiten, eine ausgeprägtere Story ziehen auch handwerklich verständige Drehbuchautoren an. True Detective ist hier ein Beispiel. So viel Wettbewerb tut dem „Markt“ gut. Der Kampf um Alleinstellungsmerkmale evoziert immer bessere, feiner inszeniertere Serien. Gut für alle? Der langfristige Verlierer könnte der Kinofilm werden. So weit zu gehen und einen Brain-Drain, oder gar das Ende des Kinofilms zu proklamieren, wäre anmaßend. Jedoch wäre es denkbar, dass Qualitätsserien, gerade im Dramen-Bereich, dem Kino über längere Zeit den Rang ablaufen. Quality-TV ist in jedem Fall lebendig und munter und passt sich unseren derzeitigen Sehgewohnheiten immer besser an. Gut oder schlecht? Dass vermag jeder für sich selber zu entscheiden, weil individuelle Präferenzen in diesen Belangen erheblich sind.

So kommen wir zu einem Zwischenfazit: Mit Fargo haben wir ein wirkliches Serienjuwel vorgestellt. Mit The Wire eine Serie, deren Anspruch auf Vollständigkeit und Realismus aller Voraussicht nach unerreicht bleiben wird. Unser Besuch im Weißen Haus war geprägt von spitzen Dialogen und innovativer Kameraführung. True Detective brachte uns neben einem genialen Schauspieler-Duo, auch in den Bereich denkbarer literarischen Vorlagen. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass sich Qualitätsserien aktuell in viele Richtungen entwickeln und dass der Durst nach ihnen größer ist, als jemals zuvor. Man bedenke, wie vor ein paar Tagen der Trailer der zweiten Staffel von True Detective „gehypt“ worden ist. Im kommenden Teil unserer Reihe zu Qualitätsserien werden wir uns mit der Situation in Deutschland befassen.

Die Reihe Qualitätsserien

Photos: FX

FARGO -- Pictured: Billy Bob Thornton as Lorne Malvo -- CR: FX/Matthias Clamer

Steini

Steini

Als attraktiver Papier-Kanadier mit Hang zur Mettbrötchen-Verköstigung, erkannte Steini schnell, dass Medien, Medien sind. Eine Erkenntnis, die das Studium der Medienwissenschaften nur erhärten konnte. Gerne spielt er spärlich bekleidet Microsoft Train Simulator und schreckt auch vor Printerzeugnissen nicht zurück. Steini ist neben seinen Artikeln, auch für eine Vielzahl der "viel-prämierten" Medien-Nomaden Videos verantwortlich.

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3 thoughts on “Qualitätsserien V: Fargo

  1. Hi Ho,
    Glückwunsch zum durchaus gelungenen & vorallem spoilerfreien Micro-Kompendium. Ich hätte mir noch paar mehr Ausgaben gewünscht. 🙂
    Nichtsdestotrotz hab ich etwas Kritik zu äußern, denn was wäre das Leben ohne Kritik? Laaaangweilig…! 😉
    Ich hätte es begrüßt wenn man mal etwas ausgefallenere Schöpfungen der Gattung “Quality-TV” vorgestellt & seziert hätte. The Wire, The West Wing, True Detectiv & Fargo sind zwar ohne Frage Premium-Deluxe Serien, aber das Problem was ich sehe ist, dass diese Serien so oft genannt wurden in den Zusammenhang, dass es schon keine Beachtung mehr gewürdigt wird, wenn sich jemand die Mühe macht sie zu rezensieren.
    Selbst Alan Sepinwall hat es in seinem Machwerk “Die Revolution war im Fernsehen” geschafft nicht nur die üblichen verdächtigen à la Sopranos, Breaking Bad & Mad Men in seine Aufzählung der Meilensteine bis hin zum heutigen “Quality-TV” zu nennen, sondern hat auch Buffy – Im Bahn der Dämonen & Twenty Four passend in die Reihe eingegliedert und damit das Interesse an sein Werk erst recht gesteigert.
    Wie anfangs angesprochen hätte ich mir noch 5-6 Serien-Vorstellungen gewünscht in denen mehr Augenmerk auf fiktionale Stoffe gelegt wurde wäre wie Beispielsweise Game of Thrones oder aber auch die Comicverfilmung Daredevil. Aber auch Quality-TV aus der 2. Reihe wie etwa Boardwalk Empire hätte ein Recht darauf gehabt besprochen zu werden.
    Jetzt würde bestimmt der Autor der Reihe “Qualitätsserien” bei den Medien-Nomaden widersprechen und mich auf den Einführungsartikel verweisen wo er Quality-TV dadurch definiert, dass unter anderen an 1. Stelle ernstere Sachverhalte in dem Zusammenhang thematisiert werden. Zwar werden später noch Dallas als Quality-TV benannt, aber wo ist denn zum Beispiel das Medien-Nomaden äquivalent zu Battlestar Galactica bei den Rezensionen? 🙂
    Ich finde Daredevil wäre mehr als prädestiniert gewesen in die Reihe zu kommen, denn wenn man Daredevil mit den bisher im TV angesiedelten Comic-Helden vergleicht erkennt sogar jeder Gelegenheitsgucker auf Anhieb, dass dort ein Quantensprung stattgefunden hat. Sowohl Inhaltlich mit einer fortlaufenden Story, die kaum Redundanzen aufzeigt (mal abgesehen von den am Ende jeder Folge stattfinden Kampf) als auch Visuell, Schauspielerisch und vorallem Charaktertechnisch auf höchsten Niveau mithalten kann. Daredevil wäre deshalb die perfekte Serie gewesen um der Reihe Quality-TV den nötigen Pepp zu geben.
    Naja, lange Rede kurzer Sinn. 🙂 Ich hoffe das interessante Thema “Qualitätsserien” wird von euch nochmal aufgegriffen und eventuell erweitert durch ein paar Serien die die Popkultur maßgeblich beeinflusst haben wie Beispielweise Game of Thrones, die aber wiederum wahrscheinlich weil sie zu Mainstream sind eher unter den Tisch fallen, wenn es darum geht Quality-TV zu beschreiben.
    Außerdem fehlt mir im Fazit noch das was in der Einleitung angekündigt wurde nämlich die Erklärung warum deutsche Qualitätsserien dem amerikanischen Formaten in Sachen Erfolg nicht nacheifern können – darum würde ich noch bitten nach zu bessern. =)
    Danke für die 5. Ausgaben “Qualitätsserien”.

    Mit freundlichen Grüßen
    Denis

  2. Hi Denis!

    Danke für die Kritik! „Qualitätsserien“ ist ein wahrlich weites Feld. In der Tat so weit, dass eine Reihe über sie eigentlich infinit sein sollte. Nicht nur hat sich die Schlagzahl der Neuveröffentlichungen drastisch erhöht und die Genres diversifiziert, sondern man sucht auch in der Vergangenheit nach pionierhaften Beispielen – Welche man auch leicht findet. Ich gebe Dir Recht: Fiktionale Serien sind zu kurz gekommen. Das ist dem Umstand geschuldet, dass sie in der generellen Rezeption (noch) ein vermeintliches Nischen-Dasein fristen. Game of Thrones ist hier natürlich eine Außnahme und wird Fiktionales/Phantastisches für eine größere Zuschauerschaft gangbar machen, beziehungsweise markttechnisch erschliessen. Was ich persönlich sehr gut finde.
    Die Wahl der Serien in unserer Reihe ist demensprechend etwas zweigeteilt. Auf der einen Seite sind „The Wire“ und „The West Wing“ immer noch Geheimtipps, die man meiner Meinung nach gesehen haben sollte, wenn man gerne qualitativ hochwertiges Fernsehen schaut. „True Detective“ und „Fargo“ sind Beispiele dafür, dass „Quality-TV“ ein Regel-Medium geworden ist – für Zuschauer, wie auch Macher interessant. Es gibt noch sehr viele Serien, die ich empfehlen würde und bei denen man über das Prädikat „Qualitätsserie“ (zu Recht) streiten könnte.
    Das Fazit und die Betrachtung der deutschen „Quality-TV“-Landschaft fehlen noch, weil es ein sehr theoretischer Text geworden ist, der in einer Früh-Form schon auf meiner Platte liegt (Und dort vor sich hinvegetiert). Hier – da hast Du Recht – muss ich nochmal ran. Deutschland ist in diesem Fall sehr speziell und eine Aussage wie: „Deutsche Serien sind nicht ’sexy‘!“, reicht nicht aus, um das hiesige Problem in Gänze zu beschreiben. Kurzum: Wird nachgereicht!
    Zur „Strafe“ werde ich mir „Daredevil“ anschauen. Und wehe, dass ist nicht gut! 🙂

  3. Hi Ho,
    danke für die schnelle & ausführliche Antwort! 🙂
    Dann freu ich mich schon drauf, die Frage irgendwann geklärt zu bekommen woran es hier in Deutschland hapert. 😉
    Gestern habe ich übrigens The Wire angefangen zu gucken (was ich eh schon seit einem halben Jahr vor hatte) und ich finde den Einstieg gar nicht mal so anstrengend & trocken, da erinnere ich mich vielmehr mit Graus an die von vielen hoch gepriesenen „Qualitätsserie“ Deadwood zurück wo ich mich Stellenweise durch die 3 Staffeln quellen musste. 😀
    Dann wünsche ich dir viel Spaß bei Daredevil. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass man ein Fabel für Comicverfilmungen haben sollte, denn wenn man nur so etwas guckt wie The Wire oder The West Wing und dann einsteigen möchte bei Daredevil könnte die Veränderung doch zu herb sein. 😉 Am ehesten lässt sich die Serie von der Tonalität mit der The Dark Knight-Trilogie vergleichen, falls dir das was sagt. 😉
    Naja, bin mal gespannt, ob dir die Serie zuspricht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Denis

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