Only God Forgives – Dieser Film vergibt nichts

Der komplette Dialog von „Only God Forgives“ passt gefühlt auf eine Seite Papier. Also hatte Regisseur und Drehbuchautor Nicolas Winding Refn diesbezüglich nicht viel Arbeit. Dafür langt er beim visuellen Stil des Films ordentlich zu. Alles was schon bei „Drive“ schnieke war, gibt es hier tellerweise. David mit einem etwas ratlosen Reisebericht. Die Story ist kurz erzählt. Hier der  Pressetext:

„Die ungleichen Brüder Julian (Ryan Gosling) und Billy (Tom Burke) leben in Bangkoks Rotlichtviertel inmitten von Luxus, Sex, Sünde und Verbrechen. Dreh- und Angelpunkt für ihre illegalen Geschäfte ist ihr Kickbox-Club. Der unbarmherzige Kopf des Familienkartells ist jedoch ihre unnahbare, schöne und erbarmungslose Mutter Crystal (Kristin Scott Thomas). Als Billy eine Frau tötet, sorgt ein selbsternannter Racheengel (Vithaya Pansringarm) auf seine ganz eigene Art für Gerechtigkeit und Billy bezahlt seine Tat mit dem Leben. Die trauernde Crystal sinnt auf Rache und schickt Julian auf eine blutige Jagd nach Vergeltung durch Bangkoks Unterwelt…“

Der Plot ist also eigentlich eine klassische Rachestory. Was Nicolas Winding Refn daraus aber macht, ist viel mehr und viel weniger. Es sind hypnotische Bilder und wenig Inhalt im klassischen Sinne. Hier wird nicht erklärt – nur angedeutet. In die Beziehungen müssen wir viel hineininterpretieren und das ist nicht immer einfach oder zugänglich. „Only God Forgives“ ist ein Schlag in das Gesicht aller die gedacht haben, Nicolas Winding Refn würde nach dem Erfolg von „Drive“ im Hollywoodsystem buckeln und Mainstreamfilme machen. „Only God Forgives“ ist soweit von einem Thor: The Dark Kingdom entfernt wie ein Kobesteak von Hundefutter.

Eine kleine Anmerkung zu der Altersfreigabe FSK 16. Hier wird ordentlich geschnetzelt – inklusive offener Brustkörbe und Hälse. Warum Drive „ab 18“ ist und der Film nicht, wird wohl das Geheimnis der Behörde bleiben.

Für jeden Fan des klassischen Erzählkinos wäre „Only God Forgives“ vermutlich Folter. Wer sich an einer etwas kryptischen Story nicht stören und der Bilderflut freien Lauf lässt, kann Spaß an dem Film haben.

Foto: Tiberius Film

David

David

Er hat vielleicht nicht jeden Film gesehen. Er kann aber zu jedem etwas sagen. In seiner Muttermilch war Zelluloid. Auch vor Musik und Videospielen macht er keinen Halt. David sabbelt nebenbei auch professionell im Radio. Damit ist er aber offensichtlich nicht ausgelastet. Mehr von ihm gibt es hier bei den Medien-Nomaden.

david@Medien-Nomaden.de
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