Orginal vs. Kopie – Eine neue Serie

Neue Ideen? Mangelware in Hollywood. Die US-Traumfabrik verwurstet – wie kein anderes Movie Business – Filme aus anderen Ländern. Oder startet einfach mal ein ganzes Franchise neu. Das Ganze hat oft nur einen Grund: Geld. Gelungene und minder gelungene Beispiele präsentieren wir in unserer Serie „Orginal vs. Kopie“

Eigentlich wollte ich anhand von einigen Beispielen hier über Remakes und Reboots sprechen. In Gesprächen mit den Kollegen wurde aber schnell deutlich: Eine Serie muss her. Mit dem Start von medien-nomaden.de geht es also direkt los (leider streichen wir dabei keine Kohle ein – geil, wenn das hier Monopoly wäre). Vorab aber ein paar Gedanken zum Thema: Remakes und Reboots. Es wäre schön, wenn einzig und allein die künstlerische Vision der Antrieb wäre, Geschichten und Bilder auf Celluloid zu bannen. Leider gibt es noch den Faktor Geld. Und Geld, darüber müssen wir uns im Klaren sein, ist die Triebfeder, die Hollywood (und im Großen und Ganzen die komplette Filmindustrie) am Laufen hält. Insofern sind Remakes und Reboots von erfolgreichen Filmen für die Geldsäcke ein einfaches Rechenspiel: Bekannte Marke + Fans = Profit.

Dass diese Formel in den letzten Jahren heftig gemolken wurde, daran sind auch wir Fans mit Schuld. Wie die Schafe rennen wir in den nächsten großen Actionblockbuster. Nur um uns hinterher aufzuregen, was die Schweine in Hollywood nur mit unserem geliebten Original gemacht haben. Nur weil ein Film aber ein Reboot/Remake ist, heißt das noch lange nicht, dass es sich grundsätzlich um einen schlechten Streifen handelt. Die Fragen sollten lauten: Ist der Film a) nötig? und b): können wir ihn (losgelöst vom Original) genießen?

Nehmen wir als Beispiel das Oldboy-Remake von Spike Jones. Weder bei IMDB noch bei Kritikern besonders geliebt. Von vielen Fans der koreanischen Version gehasst. Der Film ist auf dem Papier völlig unnötig. Trotzdem muss ich gestehen: Ich fand Spike Lees Film gar nicht schlecht. Er hat zumindest versucht, ‚was Eigenständiges aus dem Manga zu machen – und das gelingt ihm stellenweise auch. Pech nur: Der ältere, koreanische Film ist einfach viel, viel besser. Gemacht wurde Spike Lees Film auch nur aus einem Grund: Um auf dem amerikanischen Markt abzusahnen. Amerikaner mögen keine ausländischen Filme. Das liegt zum einem daran, dass ausländische Filme in den USA (fast) nie synchronisiert werden. Untertitel lesen ist doof – finden die Amis und schauen sich die Filme deswegen nicht an. Geht den meisten Deutschen übrigens genau so. Dann spielt auch der amerikanische Patriotismus eine nicht unwichtigen Rolle. Amerikaner wollen oft Amerikaner sehen, die amerikanische Sachen machen. Der ausländische Film, der in den letzten 10 Jahren in Amerika das meiste Geld eingespielt hat, war der Jet Li-Film „Hero“. Rund 54 Millionen Dollar waren das. Zum Vergleich: Abräumer im gleichen Jahr war „Shrek 2“ mit mehr als 440 Millionen Dollar Einspielergebnis allein in den USA. Es geht aber auch anders. Ein gures Gegenbeispiel wird gern unter den Teppich gekehrt: Batman. Christopher Nolans Trilogie ist die bisher beste Adaption von Batman. Trotzdem gab es auch im Vorfeld von Batman Begins einige Stimmen, die den Film verdammten und immer noch die beiden Tim Burton-Streifen hochhielten. Heute wird immer gerne vergessen, dass es eben auch gute und sinnvolle Reboots gibt. Es muss vielleicht erst jemand (Joel Schumacher) den Karren vor die Wand fahren, um einen frischen Wind in eine eigentlich tote Filmserie zu bringen. Aber genau darum ist das Thema Reboot/Remake auch so spannend. Es gibt einfach unglaublich viele Facetten. Leider ist die Liste der miserablen Remakes/Reboots deutlich länger, als die der Gelungenen. Trotzdem gibt es nicht wenige, die auch durchaus eine Daseinsberechtigung haben. Es bringt wenig, sich über all das Aufzuregen. Solange genug Menschen ins Kino gehen, werden auch Marken weiter ausgeschlachtet. Wir können uns also über die Degenerierung von Star Wars aufregen. Wir können uns aber auch darauf freuen, dass es die eine oder andere Perle geben wird, die vielleicht sogar besser als das Original ist. Wir werden in den nächsten Monaten und hoffentlich Jahren immer mal wieder einen Vergleich ziehen.

Ihr habt Vorschläge zum Thema Reboot/Remake? Immer her damit! Einfach in die Comments schreiben!

David

David

Er hat vielleicht nicht jeden Film gesehen. Er kann aber zu jedem etwas sagen. In seiner Muttermilch war Zelluloid. Auch vor Musik und Videospielen macht er keinen Halt. David sabbelt nebenbei auch professionell im Radio. Damit ist er aber offensichtlich nicht ausgelastet. Mehr von ihm gibt es hier bei den Medien-Nomaden.

david@Medien-Nomaden.de
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