Reden über Musik – Woher nehmen, wenn nicht streamen?

Musikstream

Tobi liebt Musikstreaming. Aber um Neues zu entdecken, geht er lieber andere Wege. Was er dabei entdeckt hat, ist hier zu lesen.

Wie kommt man zu neuer Musik? Klar, in den Zeiten von Spotify und Co. ist es einfach, denkt man sich. Aber irgendwie wird es eher Immer schwieriger, dass eine Band oder ein Album so richtig in der Erinnerung der Zuhörer bleibt. Dennoch gibt es sie, die persönlichen Neuentdeckungen, die einen noch Jahre später, wenn sie längst schon Altendeckungen geworden sind, begeistern. Musikstreaming ist schön und gut. Dennoch gibt es sie auch heute noch, die klassischen Wege sich neuer Musik zu nähern.

Der persönliche Austausch über Musik

Man sollte wieder öfters über Musik reden. Was früher schon mit dem Austausch von Benjamin Blümchen Kassetten geklappt hat, funktioniert auch heute noch ganz gut. Oft wird heutzutage Musik nur noch zur Untermalung gesellschaftlicher Abende genutzt. Leise im Hintergrund, man lässt das Radio laufen oder eine schnell ausgewählte Themenplaylist aus irgendeinem Musikprogramm. Wo bleiben da die Abende bei denen Gespräche und Musik gleichwertig sind? Der Gastgeber legt ein paar seiner Lieblingsplatten hintereinander auf oder alle Anwesenden wechseln sich ab. Was spricht dagegen? Angst vor der Stille, die nach dem durchgelaufenen Album entsteht? Oder Angst vor dem einen falschen Lied, das nicht in die Stimmung passt? Gerade ein komplettes Album von Vorne bis Hinten zu hören, hat seinen Charme nicht verloren und erhöht die Chance einer Band, mit mehr als nur einem Lied zu überzeugen.

Knochenfabrik – deutscher Punkrock aus NRW

Über diesen Weg habe ich den deutschen Schrammelpunk für mich wiederendeckt. An einem wundervollen Abend mit Kaltgetränken und netten Gesprächen unterbrach mein Gegenüber das Gespräch über deutschsprachige Musik kurz, um das Album Ameisenstaat von Knochenfabrik aufzulegen. Da war es wieder, das Gefühl aus der Jugend, der Spaß an schneller Musik mit abstrusen Texten. Der Deutsch-Punk hatte mich wieder und ich bin ihm bis heute treu.
Knochenfabrik löste eine Kettenreaktion aus, spielt Claus Lüer, Sänger der Band, auch in anderen Bands des Genres. Und so gesellten sich später auch Lüers andere Projekte wie etwa Chefdenker oder Casanovas Schwule Seite zu den Schätzen meiner Plattensammlung.

Geht auf Konzerte

„Ja, aber die Musik kennt man doch!“, mag jetzt der ein oder andere denken. Das stimmt zwar, jedoch lassen viele dabei eines außer Acht: die Vorband.
Ich gebe zu, sich die Vorbands anzuhören, ist ein Glücksspiel. Setzt man sich doch dem Musikgeschmack der konzertgebenden Band oder schlimmer noch dem Musikgeschmack des Managements aus. Viele betreten deshalb erst später die Konzerthalle. Doch sie verpassen möglicherweise etwas.

Beispiel:

Die britische Band Apologies, I Have None mit ihrem melodischen Punkrock traten als Support der Nintendocore-Band Horse The Band auf. Melodischer dreistimmiger Gesang, eingängige Riffs und Texte, die einem die Faust in Richtung Hallendecke recken lassen. Genau mein Ding. Und so hieß die Devise: „Aus dem Konzertsaal, in meine Plattensammlung“. Also raus aus dem Internet und sprecht mal wieder über Musik und geht mehr auf Konzerte, von Anfang bis Ende.

Zu meinen neusten Entdeckungen gehört übrigens das Debüt Birthmarks des Singer-Songwriter Duos Sarah and Julian aus Hamburg. Das Geschwisterpaar war Vorband der Gruppe Tocotronic und konnte mich mit ihrer unaufgeregten aber dafür umso stimmungsvolleren Musik auf Anhieb überzeugen. Nächsten Monat geht es aufs Konzert, das Geld für den Plattenkauf liegt schon bereit.
Wie holt ihr euch neuen Stoff für Eure Musiksammlung, vom Musikstreaming einmal abgesehen? Schaut Ihr Euch Vorbands an oder verzichtet Ihr darauf lieber? Schreibt es in die Kommentare.
Hier eine Spotify-Liste mit den im Artikel genannten Bands.

 

Musik-reden-Slider

Fotos: Pixabay.com

 

Tobi

Tobi

Mit dem Game Boy startete Tobi seine Reise in die Videospielwelt. Mit dem Sterben der Dreamcast waren seine Konsolenträume jedoch vorbei. Heute nutzt er zum Zocken noch den PC, wenn er nicht gerade analog die Würfel fallen lässt oder liest. Auch in Sachen Musik und Film ist er kein Kostverächter.Tobi war lange als Online-Redakteur unterwegs.

Tobi@Medien-Nomaden.de
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